Beim Übergang in das englische Schriftsystem ergeben sich für viele Schülerinnen und Schüler Lernschwierigkeiten bei der Aneignung und Verarbeitung der „neuen“ Laut-Buchstaben-Beziehungen des Englischen und bei deren Abgrenzung gegen deutsche Phonem-Graphem-Verbindungen. Insbesondere Legastheniker mit noch nicht ausreichend kompensierten Wahrnehmungsproblemen fühlen sich der englischen Orthographie gegenüber hilflos und entwickeln wegen dieses „Rechtschreibschocks“ eine Aversion gegen das Fach Englisch überhaupt.
Schulisch wird dem Ohnmachtsgefühl dieser Kinder nicht wirksam begegnet: Ein Rechtschreibunterricht zur Aneignung der Buchstabenverbindungen für das neue Lautsystem ist bislang in Lehrplänen nicht vorgesehen. Es fehlt auch eine Theorie, die darüber aufklärt, wo die „Fallen“ für Kinder liegen, die sich der englischen Schrift mit den Werkzeugen des deutschen Schriftsystems zuwenden.
Auf der Grundlage eines Vergleichs des deutschen und englischen Phonem-Graphem-Bestandes lässt sich für die verschiedenen Lautklassen zeigen, wo für deutschsprachige Kinder besondere Problemstellen beim Schreibenlernen im Englischen liegen. Aus der vergleichenden sprachwissenschaftlichen Analyse können Förderstrategien und Lernmaterialien für den Englischunterricht abgeleitet werden, die geeignet sind, stabile(re) Schreibmuster auch bei legasthenen SchülerInnen aufzubauen.
Ein Rechtschreibwortschatz des Englischen nach Laut-Buchstaben-Beziehungen im Vokalbereich, Lautbildtafeln für die Vermittlung der besonders „kritischen“ neuen Sprachlaute werden gezeigt und Möglichkeiten für den Aufbau eines Förderkonzeptes dargestellt.
Literatur:
Günther Nieberle: Englische Rechtschreibung - Probleme deutschsprachiger Schüler, 2005.
Erschienen im Verlag für kognitive Lernförderung.