Unter Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) verstehen wir die Störung schriftsprachlicher Teilleistungen bei mindestens durchschnittlicher Intelligenz. In der Regel ist die Legasthenie einerseits verbunden mit Verarbeitungsschwächen in für das Lesen und Schreiben notwendigen Wahrnehmungs- und Kognitionsleistungen und andererseits mit psychoreaktiven Folgestörungen. Hier bietet die Lerntherapeutische Praxis eine ganzheitliche psycholinguistische Therapie an, deren Ziel es ist, die individuellen Schwächen auszugleichen bzw. durch Verwendung von Lernstrategien in ihrer Auswirkung auf das Lernen zu kompensieren.
Wesentlicher Bestandteil der Therapie sind Interventionen zum Abbau schulischer Ängste, zur Verbesserung der Lernmotivation und zur Entdramatisierung des durch Lernkonflikte belasteten familiären Klimas. Der Elternberatung und dem Kontakt mit den Lehrkräften kommt hier eine wesentliche Bedeutung zu.
Symptome der Legasthenie
1. Lesen und Schreiben
Eingeschränkte bzw. verlangsamte Phonem-Graphem-Zuordnung
Langsames bzw. fehlerhaftes Abschreiben
Häufung "orthographischer" Fehler
Verwechslung optisch ähnlicher Buchstaben
Auslassen und Vertauschen von Buchstaben
Syntheseprobleme und stockendes Lesen
Fehlende Sinnerfassung beim Lesen
2. Wahrnehmungsbereich
Tollpatschigkeit und motorische Unsicherheit
Graphomotorische und visuomotorische Probleme
Verzögerte Sprachentwicklung und Artikulationsprobleme
Schwäche im Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis)
Eingeschränkte visuelle Speicherungsleistung
Konzentrationsstörungen
Verlangsamtes Arbeitstempo
3. Psychische Merkmale und Verhaltensauffälligkeiten
Schulische Ängste
Konflikte mit dem schulischen und familiären Umfeld